Zweite Hepatitis-A-Impfung fällt oft aus

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Wissenschaftler des Statistikdienstleisters QuintilesIMS melden, dass nicht wenige Patienten bei der Hepatitis-A-Vorsorge auf die zweite Injektion und damit auf den kompletten Impfzyklus verzichten.

Für einen optimalen Infektionsschutz empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die zweimalige Injektion.
Die Wissenschaftler des Unternehmens analysierten das Impfverhalten retrospektiv. In die Auswertungen wurden 7323 Patienten aus 575 allgemeinärztlichen Praxen einbezogen sowie 3962 Patienten, die bei Kinder- und Jugendärzten vorstellig waren. Im Durchschnitt waren die Patienten 28 Jahre alt. Alle Patienten hatten die erste von zwei Hepatitis-A-Impfungen zwischen Januar 2011 und August 2014 erhalten. Die Nachbeobachtungsperiode erstreckte sich über 24 Monate bis August 2016. Der Immunisierungsplan sah die zweite Impfung im Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach der ersten vor, wobei je nach eingesetztem Impfstoff Toleranzgrenzen akzeptiert wurden. Patienten galten als compliant, wenn sie die zweite Impfung im empfohlenen Zeitraum und plus oder minus 25 Prozent davor oder danach erhielten.

Laut Robert-Koch-Institut gehen 40 bis 50 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle auf die sogenannte Reisehepatitis zurück. Deren Auftreten erkläre sich dadurch, dass in den industriell entwickelten Ländern mit hohem Hygienestandard lebende Menschen keine Immunität gegen das Hepatitis-A-Virus (HAV) aufwiesen und durch Reisen in Länder mit starker HAV-Verbreitung ein entsprechend hohes Infektionsrisiko bestehe. Als Risikogebiete gelten allgemein Südeuropa, vor allem aber Asien, Afrika und Lateinamerika. Eine vermehrte Gefahr, sich mit dem HAV zu infizieren, besteht außerdem für bestimmte Berufsgruppen und für Personen mit einem infektionsgefährdenden Sexualverhalten.