Von Anzeigen und Aushängen

Social Media
Bild: Systemquelle.de_pixelio.de

Wie wirbt man heute? Auf Social Media natürlich! Das ist heute ein „must have“. Darauf zu verzichten, wäre ein „no go!“ So, oder so ähnlich, klingt es auf ­„werbisch“, wenn Betriebe des Gesundheitshandwerks von den Vorzügen neuer Werbeformen überzeugt ­werden sollen. Ja, auch von Vertretern dieser Betriebe hatte Stefan Slaby solche Gespräche gehört, wenn ­Berater von Social Media Agenturen im Hause gewesen waren. Ein Plädoyer für die klassische ­Werbung.

Doch ist das alles wirklich so selbstverständlich? Fest steht: Niemand sollte auf den forschen Neusprech der Werbemacher einfach so hören. Miss­trauen ist angebracht. Wer wie wirbt hängt vor allem vom Einzelfall ab.

Auf die Zielgruppe kommt es an

Ein Betrieb des Gesundheitshandwerks hat seine Praxis im angesagten Kiez einer Ruhrmetropole. Unter den Kunden sind viele Sportler und junge Familien. Keine leichte Zielgruppe. Doch dieses Milieu ist Social Media „affin“, das heißt sie sind „viel auf Facebook unterwegs“, wie eine Kundin, deren Sohn eine Einlagenversorgung benötigt, bei einer Befragung angibt. Und hier lohnt es sich, den neuen Werbekanal einzusetzen.

Gesundheitshandwerker B, unser zweiter Fall, hat seine Praxis in der Nähe einer Zechensiedlung, „Traditionelles Milieu“, viele Rentner, nennt die Werbung die hier lebenden Kunden. Mit Social Media hat man hier nichts zu tun, will man nichts zu tun haben, viele halten das seit den letzten Jahren schlicht für überflüssiges „Teufelszeug“. Diese Zielgruppe hat noch eine Tageszeitung im Abo. Auch Boulevardzeitschriften und das Anzeigenblatt werden eifrig studiert. Werbung auf Facebook würde hier schlicht im Nichts verpuffen.

Auf den Mix kommt es an

Nur Social Media, nur Pressearbeit, nur Veranstaltungen, nur klassische Werbung: Im „nur“ liegt meistens das Problem fehlerhafter Werbung. Deswegen wurde der Begriff Kommunikationsmix erfunden. Er beschreibt, wie übrigens in der Anlageberatung auch, den Vorgang der richtigen Mischung: Eine Facebook-Fanseite, Pressemitteilungen, Tag der offenen Tür und eben Anzeigen sowie Flyer. Die stehen nicht nebeneinander, sondern sind aufeinander abgestimmt. So lassen sich etwa Anzeige, Facebook und Pressetext hervorragend dazu einsetzen, den besagten „Tag der offenen Tür“ bei der Zielgruppe anzukündigen. Wir wollen aber jetzt den Fokus auf die klassische Werbung legen.

Klassische Werbung: Was ist das eigentlich?

Im Kommunikationsmix ist klassische Werbung die Arbeit mit Anzeigen, Spots und Plakaten. Wir wollen an dieser Stelle noch die klassischen Streuwerbemittel Flyer und Handzettel hinzunehmen. Kleinster gemeinsamer Nenner für diese Werbeart ist, dass sie, anders als Pressemitteilungen und Social Media Profile, teils nicht unerhebliche Kosten verursachen.

Der Unternehmer muss „Geld in die Hand“ nehmen. Deshalb sind diese Werbemittel so populär wie das berühmte „Loch im Kopf“. Da das niemand gerne zugibt, wird diesen Werbemitteln in der Beratungspraxis einfach die Wirkung abgesprochen („Bringt sowieso nichts!“) Dieses elegante Manöver verhindert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Jeder hat schon einmal von jemandem gehört, dass der Einsatz von Anzeigen und Flyern „nichts bringt“. Punkt.

Außerdem, und dieser Aspekt ist weit ernster zu nehmen, sind dem Einsatz von klassischer Werbung im Gesundheitshandwerk auch rechtliche Grenzen gesetzt. Deswegen werden sie hier meist mit „Aktionen“ verknüpft. Dann wird etwa ein Event mit einer Anzeige angekündigt. Auf dieser Basis wollen wir nun die Werbemittel betrachten.

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