Ungeklärte Übertragung

Bei der weltweit vorkommenden Infektionskrankheit Buruli-Ulkus handelt es sich um eine schwere chronische ulzerierende Hauterkrankung. Die WHO bezeichnet sie als vernachlässigte Tropenkrankheit. Nach Tuberkulose und Lepra steht diese mykobakterielle Erkrankung an dritter Stelle der Häufigkeit. Orthopädin Dr. Renate Wolansky beschreibt für uns diese Krankheit.

Im Jahre 1998 gründete die WHO eine Global Buruli Ulcer-Initiative, um weltweit auf diese Infektionskrankheit hinzuweisen. Ausgelöst wird sie durch das „Mycobacterium ulcerans“, das zur Familie der Tuberkulose- und Lepraerreger gehört. Sie tritt besonders in Ost-, West- und Zentralafrika, aber auch in Japan, Lateinamerika und Australien auf. Über die Hälfte der Betroffenen sind Kinder unter 15 Jahren. Der schottische Afrikaforscher James August Grant, selbst erkrankt, beschrieb vermutlich 1864 die Symptome des Buruli-Ulkus. Im Jahre 1897 schilderte der englische Arzt Sir Alfred Cook, tätig in Uganda, das Krankheitsbild. Entdeckt wurde der auslösende Erreger – Myco­bacterium ulcerans – 1948 in Australien unter der Leitung von Peter Mac Callum. Im Jahre 1998 hat die WHO auf die Tropenkrankheit Buruli Ulcer  aufmerksam gemacht. Synonyme sind „Buruli ulcer“, “„Ulcus tropicum“, „Buruli Ulcer Disease“ oder „Bairnsdale ulce“.

Übertragungsweg ist unbekannt
Bei dem Erreger Mycobacterium ulce­rans handelt sich um ein grampositives, säurefestes und sehr langsam wachsendes Stäbchen aus der Familie Mycobacteriaceae. Der Erreger gehört zu den atypischen Mykobakterien. Der Übertragungsweg ist derzeit nicht eindeutig geklärt. Bestimmte Wasserinsekten kommen als Krankheitsüberträger in Betracht. Bisher gelang es, den auslösenden Erreger in Wasserpflanzen, Wasserorganismen, Bodenproben sowie besonderen Mückenarten nachzuweisen. Betroffen sind deshalb meist Menschen, die in abgelegenen ländlichen feuchten  Gebieten leben wie zum Beispiel in der Nähe langsam fließender oder stehender Gewässer, Teiche, Sumpfgebieten oder Seen. Dabei dringt der Erreger bei vorliegenden Mikrotraumen in die Haut ein und führt langsam zur Zerstörung aller Gewebeschichten. Die Zeit der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome ist bei dieser langsam fortschreitenden Infektionskrankheit bisher nicht bekannt.

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