Gesunde Füße lebenslang

98 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Damit dies lange so bleibt, empfiehlt Orthopädin Dr. Renate Wolansky Fußgymnastik und hat auch einige Übungen dafür zusammengestellt.

Der Fuß als komplexes Gebilde spielt eine wichtige Rolle für eine gut funktionierende Körperstatik und Standsicherheit. Dabei kann der Fuß mit seinen 26 Knochen, zwei Sesambeinen, diese kleinen runden Schaltknochen unterhalb des Großzehengelenks zum Abfangen des Drucks an der Fußsohle, 33 Gelenken, 114 Bändern, zahlreichen kurzen und langen Fußmuskeln, medialem und lateralem Längsfußgewölbe sowie Quergewölbe und einer Vielzahl von Nervenenden als Sockel des menschlichen Körpers betrachtet werden. Gesunde und trainierte Füße garantieren ein stabiles Fundament, um lebenslang bei Wohlbefinden problemlos Stehen, Gehen, Laufen, Springen, Klettern und Tanzen zu können.Gesunde Füße umrunden im Leben in der Regel zirka drei- bis viermal die Welt, wobei sie stets das gesamte Körpergewicht tragen müssen. Unebenheiten des Bodens, Hindernisse, Druck und Scherkräfte auf den Fuß werden durch seine komplizierte Konstruktion kompensiert.
Der Erhalt gesunder Füße bereits von Kindheit an hat also entscheidende Bedeutung für die Bewältigung des Alltags und Wohlbefinden des Menschen.Kinderfüße vollbringen Höchstleis-tungen. Dabei tragen sie im Stand, beim Gehen, Laufen, besonders beim Hüpfen, Klettern und Toben oftmals das Mehrfache des Körpergewichts.

Entwicklung von Kinderfüßen
Zu 98 Prozent kommen Kinder mit gesunden Füßen zur Welt. Allerdings haben Erwachsene nur zu 40 Prozent gesunde Füße. Gesunde Füße beim Neugeborenen erscheinen aufgrund eines stark vorliegenden Spitzy-Fettkörpers am inneren Fußrand flach und plump. Des Weiteren entwickeln sich inneres (mediales) und äußeres (laterales) Längsfußgewölbe und Quergewölbe erst im folgenden physiologischen Entwicklungsstadium. Babys durchlaufen zunächst das Kriech- und Vierfüßerstadium bevor sie sich etwa ab dem elften Lebensmonat meistens auf Zehenspitzen aufstellen und dabei das Gleichgewicht versuchen zu halten. So werden bei dem Prozess nicht nur die kurzen und langen Fußmuskeln sondern auch die gesamten Muskeln des Bewegungsapparates trainiert.Hinzu kommt, dass Säuglinge und Kleinkinder in den ersten Lebensjahren häufig physiologische O-Beine (Genua vara) mit einem physiologischen Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel von etwa 15 – 20 Grad aufweisen. Dadurch erreichen die Kleinkinder beim Laufanfang mehr Sicherheit und Stabilität. Ferner ist zusätzlich ein Knick-Senk-Fuß (Pes planovalgus) mit Abweichung der Ferse nach lateral (außen) und dem noch nicht vollständig ausgebildeten medialen Längsfußgewölbe zu beobachten. Ab dem zweiten Lebensjahr kommt es oftmals dann zu X-Beinen (Genua valga) bis zum Eintritt des Schulalters mit einem Winkel bis zu 10 Grad. Weiterhin ist zu beachten, dass die Füße in den ersten Lebensjahren um ­etwa zwei Zentimeter pro Jahr wachsen.

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