Die Peroneusparese und ein Winkel aus Heidelberg

Peroneusparese, Nervenkompressionssyndrom,Dr. Christian Roggenbuck
1. Orthese Heidelberger Winkel

Die Peroneusparese ist ein häufig auftretendes Nervenkompressionssyndrom an den ­unteren Extremitäten, mit dem man deshalb in einer Podologiepraxis konfrontiert werden kann. Orthopäde Dr. Christian Roggenbuck stellt sie vor.

Die Peroneusparese ist eine „Lähmung“, der verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. Häufig ist sie Ausdruck eines Nervenkompressionssyndroms. Das bekannteste ist sicherlich das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk. Es tritt jedoch meist ohne das klinische Bild einer Muskellähmung auf. In der Orthopädie existieren noch zahlreiche weitere Nervenkompressionssyndrome, die mit Paresen im Bereich der Extremitäten einhergehen. An den oberen Extremitäten gibt es zum Beispiel die sogenannte „Parkbank-Lähmung“, die durch Druck auf den N. radialis zu einer Lähmung der Handextensoren führt. Hier zeigt sich das klinische Bild der sogenannten „Fallhand“. Auch ein zu enger Oberarmgips, eine Fraktur des Oberarmschaftes oder ein Lagerungsfehler bei operativen Eingriffen in der Narkose können Ursache für eine „Fallhand“ sein.

Anatomische Grundlagen

Da Nervenkompressionssyndrome ein mechanisches Problem sind, soll zuerst die anatomische Situation dargestellt werden. Der Nervus peroneus communis (Nervus fibularis communis) entspringt aus den Wurzeln L4-S2 und verläuft als Nervus ischiadicus (also Ischiasnerv) am Oberschenkel. Oberhalb der Kniekehle teilt er sich in zwei Hauptäste, den Nervus fibularis communis (Nervus Peroneus communis) und den Nervus tibialis. Diese beiden Äste enthalten motorische und sensible Anteile. Der Nervus fibularis communis läuft dann seitlich am Knie vorbei und umfährt das Fibulaköpfchen (Wadenbeinkopf) von hinten. Hier teilt er sich in den Nervus fibularis superficialis (Nervus peroneus superficialis) und den Nervus fibularis profundus (Nervus peroneus profundus) (siehe Tab. 1).

Diese Stelle hinter dem Fibulaköpfchen ist die Prädeliktionsstelle (Prädilektion = Vorliebe) für die Kompression des Nervs, da er hier sehr dicht unter der Hautoberfläche verläuft. Der tiefe Anteil – also der N. fibularis profundus – tritt dort in den M. peroneus longus ein. 

Beim Nervensystem unterscheidet man zwischen sensiblen Nerven, die Empfindungen aus der Umwelt zum Gehirn leiten und motorischen Nerven, die Impulse des Gehirns an die Muskulatur übermitteln.

Bei der sensiblen Versorgung ist die Differenzierung einfach. Während der N. peroneus superficialis die Haut im ersten Interdigitalraum versorgt, um-fasst das Versorgungsgebiet des N. peroneus profundus die Haut am lateralen Unterschenkel und Fußrücken.

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