Psoriasis – eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

Erkrankung, Fußerkrankung
Die schwere Form der Psoriasis pustulosa (Quelle UKE Hamburg)

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist weltweit eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie lässt sich nicht heilen, aber mit viel Geduld und modernen medizinischen Methoden gut therapieren. Ulrike Kossessa hat sich mit Krankeitsbild, Ursachen, Diagnose und neuen Therapieansätzen beschäftigt.

Der medizinische Ausdruck Psoriasis leitet sich ab vom griechischen Psora (Schuppe) beziehungsweise  psao („ich kratze“). Psoriasis ist keine Zivilisationskrankheit, sondern eine Volkskrankheit. Sie lässt sich bis ins Altertum zurückverfolgen. Heute sind schätzungsweise 125 Millionen Menschen auf allen Kontinenten von Schuppenflechte betroffen, Männer genauso wie Frauen. In Mitteleuropa liegt die Häufigkeit (Prävalenz) bei deutlich über 2 Prozent. Für Kinder wird sie im Schnitt mit 0,8 Prozent angegeben.

In Deutschland leiden zwei bis drei Millionen Menschen an dieser chronisch-entzündlichen, nicht ansteckenden Hauterkrankung. Typische Symp-tome sind rote, verdickte und silbrig- glänzende schuppende Hautstellen sowie Juckreiz. Häufig betroffen sind Ellbogen, Kniescheiben, die Kreuzbein­gegend und der behaarte Kopf. Sehr unangenehm sind derartige Entzündungen aufgrund der mechanischen Beanspruchung an den Händen und Füßen.

Was ist Schuppenflechte?

Schuppenflechte ist eine sogenannte autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und dadurch eine Verletzung vortäuscht. Der Körper bildet deshalb stetig und im Übermaß neue Hautzellen. Braucht eine gesunde Oberhaut normalerweise vier Wochen, um sich zu erneuern, so sind es bei Psoriasis drei bis vier Tage. Dieser beschleunigte Prozess verhindert, dass sich eine normale Hornschicht bildet, da die Zellen auf dem Weg bis in die obers-te Hautschicht nicht vollständig ausreifen. Die Schuppung ist das Ergebnis der massiven Ansammlung von unreifen, verhornten, abgestorbenen Zellen der Oberhaut.

Als Ausdruck der Entzündung sind die Blutkapillaren erweitert und von Entzündungszellen umgeben. Die Schuppenflechte der Haut kann nur lebensbedrohlich werden, wenn sich die gesamte Hautfläche stark entzündet (Erythrodermie) oder mit Eiterbläschen überzogen ist. Das ist aber extrem selten. Allerdings sind Schuppenflechte-Patienten durch das parallele Risiko lebensbedrohlicher Begleiterkrankungen (Komorbidität) gefährdet. Aufgrund ihrer vielfach erblichen Veranlagung ist die Erkrankung nicht heilbar. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) tritt die Schuppenflechte in 30 bis 40 Prozent der Fälle bei Verwandten auf. Bisweilen wird eine Generation „übersprungen“, die Veranlagung aber weiter vererbt. Neben dem charakteristischen Hautbefall leiden 20 bis 30 Prozent der Patienten zusätzlich an Gelenkentzündungen.

„Trigger“ können weitere Krankheitsschübe auslösen

Die Schuppenflechte kann ausbrechen, wenn neben der Veranlagung noch bestimmte persönliche oder umweltbedingte Auslöser hinzukommen. Dazu gehören unter anderem:

– hormonelle Veränderungen (Pubertät, Schwangerschaft, Menstruation, Wechseljahre oder Schilddrüsenerkrankungen);

– Infektionskrankheiten (Mandelentzündungen, Scharlach, AIDS);

– bestimmte Medikamente (zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, Malaria oder Depression/Lithium);

– psychischer Stress, unausgewogene Ernährung, Alkohol;

– physikalische, chemische und entzündliche Hautreizungen, zum Beispiel Verletzungen, Reibung, Sonnenbrand, Kratzen, Druck.

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