Schulung und Beratung in der Diabetologie

Diabetes-Strukturierte Schulungsprogramme
Foto: Tim Reckmann_pixelio.de

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In der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) „Diabetes-Strukturierte Schulungsprogramme“ von 2012 wird die strukturierte Schulung als eine unverzichtbare, evidenzbasierte Therapiemaßnahme des Diabetes mellitus beschrieben.

Die Autoren der NVL sehen eine Diabetestherapie ohne ausreichende Schulung des Betroffenen als schwerwiegenden Behandlungsfehler an. Diabeteswissenschaftlerin Doris Schöning vermittelt einen Überblick über das Schulungsangebot.

In Deutschland wird zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus die Einschreibung in sogenannte Chroniker-Programme favorisiert. Diese Disease-Management-Programme (DMP) gibt es in Deutschland derzeit für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Frauen mit Brustkrebs, Patienten mit Asthma und COPD, Menschen mit Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz. Zwei weitere Behandlungsprogramme – für Depression und Rückenschmerzen – sind in Vorbereitung.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser DMPs ist es, die Behandlung unter medizinischen und wissenschaftlich belegten Standards zu sichern. Da bei chronischen Erkrankungen Betroffene im Alltag selbstverantwortlich mit ihrer Erkrankung umgehen und einen Teil der Therapiemaßnahmen selbst übernehmen und verantworten müssen, ist die Befähigung der Patienten zum Selbstmanagement entscheidend. Diese Befähigung findet bei der Diabetes ­mellitus Erkrankung in Einzel- oder Gruppenschulungen statt. Deutschland ist dabei weltweit das einzige Land, das durch die DMP den Anspruch auf strukturierte Schulungsprogramme formal verankert hat.

Schulung mit Zertifikat

Unter strukturierter Schulung wird ein systematischer und zielorientierter Prozess verstanden, in dem ein erkrankter Mensch mehr Kenntnisse (Wissen) und Fähigkeiten (Kompetenzen) erhält, um eigenverantwortlich mit seiner Erkrankung im Lebensalltag zurecht zu kommen. Nur durch ausreichend Wissen und Nachvollziehbarkeit von Krankheitsgeschehen und -zusammenhänge kann der Betroffene selbstverantwortlich Entscheidungen treffen. Diese muss der Patient täglich fällen, wenn es um seine Ernährung, sein Bewegungsverhalten, seinen Beruf, seine Freizeitgestaltung oder akuten Erkrankungen (z. B. Grippe, Hexenschuss etc.) geht.

Ziele einer guten Diabetestherapie sind die Vermeidung von akuten Komplikationen wie Unter- und Überzuckerungen und diabetesbedingte Folgeerkrankungen. Für den Betroffenen stehen allerdings die Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben und der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund.

In Deutschland sind derzeit 17 Schulungsprogramme zertifiziert und vom Bundesversicherungsamt (BVA) akkreditiert. Das heißt, ermächtigte Praxen können die Programme anbieten und die Kosten bei den Krankenkassen erstattet bekommen. Ein Patient muss an einem aufgeführten DMP (siehe Tabelle) aktiv teilnehmen, der Arzt benötigt ein Zertifikat, damit er die Schulung abrechnen kann und eine Schulungskraft muss ebenfalls ein Zertifikat besitzen, um die Programme schulen zu dürfen.

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