Bei Diabetes auch an Erektile Dysfunktion denken

Bei Diabetes sollte auch an Erektile Dysfunktiongedacht werden.

Männer mit Diabetes Mellitus leiden häufig unter einer Erektilen Dysfunktion (ED). Es wird davon ausgegangen, dass etwa vier Millionen Männer von einer ED betroffen sind. Erkrankte suchen häufig keine professionelle Hilfe beim Mediziner. Die behandelnden Ärzte sollten ermutigt werden, die Patienten über die Bandbreite der möglichen Therapien zu informieren.

Etwa 19 Prozent der Männer leiden an einer ED, so die „Kölner Studie“. Zu 40 Prozent liegen vasculäre Ursachen vor. Weiter können ein Mangel an Neurotransmittern, Medikamente, Alkohol- und Nikotinabusus, Hypertonie und Stoffwechselerkrankungen sein Auslöser für eine ED sein.
Etwa 30 Prozent der Patienten mit einer ED ist Diabetes Mellitus die Hauptursache. Besteht die Krankheit zehn Jahre oder länger, kann von etwa 50 Prozent ausgegangen werden, so der Urologe und Androloge Dr. med. Christian Leiber, Oberarzt an der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Arzt und Patient Kommunikation

Patienten mit Diabetes sollten vom behandelnden Arzt auch auf die Sexualfunktionen angesprochen werden. Die meisten männlichen Patienten scheuen sich mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Die Beziehung zur Partnerin leidet; ebenso das Selbstwertgefühl des Patienten. Ärzte sollten daher mit ihren Patienten in den Dialog treten und mit Ihnen über die ED sprechen, so Leiber.
Ein großer Teil der Männer, die in die Sprechstunde kommen berichten, dass sie von ihrem behandelnden Arzt noch nie auf eine ED angesprochen wurden.

Therapiemöglichkeiten einer ED 

Eine Therapie mit Phosphodiesterade-5-Hemmer ist bei Patienten mit einer ED vielfach nicht zielführend. Bei Patienten mit ED und Diabetes liegen sehr oft Schädigungen der Nerven und blutführenden (Mikroangiopathie) Gefäße vor. Deshalb bleibt trotz der Medikamente eine Erektion aus. Injektionstherapien sind oft von unerwünschten Nebenwirkungen begleitet. Vakuumtherapien werden von den Männern kaum akzeptiert. Penisimplantate verschiedener Hersteller stehen zur Verfügung. Patienten und Sexualpartner sind mit der Lösung zu weit über 90 Prozent sehr zufrieden, so Dr. Leiber. Der Leidensdruck hat jedenfalls ein Ende. Das operative Verfahren wird durch die GKV, im Gegensatz zur medikamentösen Therapie voll erstattet.